Tauchsafari 2013 Brother Islands
09.05.13 – 16.05.13

 

07.00 Uhr Abflug in München.
05.00 Uhr am Schalter sein!
04.00 Uhr (bzw. 03.00 Uhr Nürnberg) von zu Hause losfahren!
03.00 Uhr (bzw. 02.00 Uhr Nürnberg) aufstehen!

Im Dämmerlicht am Flughafen schon fremdes, hektisches Gewimmel. Beunruhigend schweres Gepäck wird auf das Förderband gewuchtet. Kurzer, irritierender Wortwechsel mit dem „BodenPersonal“- dann waren wir durch. Die restliche Anreise gestaltete sich problemlos. Der Flug war pünktlich, ruhig, entspannt... URLAUBSTIMMUNG...   

Ankunft in Marsa Alam: 11.30 Uhr.
Erster Schritt aufs Boot: ca 12.45 Uhr. Wir sind wieder da.  Die gute alte Thunderbird sieht hervorragend aus.  Gut gepflegt, sauber, gemütlich.
Unsere beiden Guides Serge und Martin hielten gleich das erste briefing – alles rund ums Schiff - !
Wir Zwölf waren die einzigen Gäste an Bord. Alles erfahrene Taucher. Strömung und Drop off – Tauchgänge kannten alle. Dadurch hatten wir das Glück, gleich am Ankunftstag um ca. 15.00  -  die Formalitäten waren erledigt, die Koffer ausgepackt  – den Hafen Richtung BROTHER‘S verlassen zu können. Den Check-TG wollten wir am nächsten Tag in ruhigerem Wasser hinter dem KLEINEN BRUDER erledigen.
Gleich nach dem Verlassen des schützenden Hafens erwartete uns ein weiteres Highlight des Tages. Erwartet und gefürchtet: die Seekrankheit! 3 tapfere Teilnehmer/innen standen öffentlich zu ihrem Desaster, sprachen sich gegenseitig gut zu und hefteten ihren Blick verzweifelt an den Horizont. Mitgefühl heuchelnd, versteckt hinter dunklen Brillen und viel Windschutz lagen alle Anderen flach und ergaben sich scheinbar unbeeindruckt den Gefilden. Schätzungsweise war die Dunkelziffer der Leidenden hoch.
Nichtsdestotrotz erreichten wir nach ca. 5 Stunden Fahrt bei Dunkelheit den KLEINEN BRUDER.  Erleichtert und nur noch leicht in alle Richtungen schwankend, beobachteten wir die spannende Aktion des Ankerns bei Nacht.
                                                              Wecken: 06.45 Uhr
                                                    Early morning dive: ca. 07.30 Uhr
                                                          Frühstück: ca. 08.45 Uhr
                                                                  - sleeping –
                                                   Later morning dive: ca. 10.30 Uhr
                                                        Mittagessen: ca. 12.30 Uhr
                                                                  - sleeping –
                                                      Evening dive: ca. 15.00 Uhr
                                                               - sleeping, o.ä. –
                                                        Abendessen: ca. 18.30 Uhr
                                                                         - ? –
                                                                     - sleeping –
Es gab für die Tauchgänge keine zeitliche Beschränkung. Die Tauchtiefe richtete sich hauptsächlich nach dem Atemgas (Nitrox). Meist wurde zwischen 15 m und 40 m getaucht.  Pro Guide 6 Taucher in BuddyTeams.
Die Strömung an den BRÜDERN ist nicht zu verachten! Früh war sie meist recht stark, beruhigte sich um die Mittagszeit, um nachmittags zu drehen und abends wieder kräftig ums Riff und Schiff zu sausen. Ein kräftiger Wind unterstrich die unwirtliche Gegend und trieb die Wellen immer höher.
So kam es denn schon mal vor, dass man einen kräftigen, frischen Meerwasserguss per Bullauge – vorzugsweise am Örtchen – genießen konnte. Meist aber verhielt sich das Meer uns gegenüber nachsichtig, ließ aber deutlich seine Muskeln spielen. Da der Wind die Luft kühlte und die Ohren bedrohte, lief man Gefahr, die Sonnenkraft zu unterschätzen. Wehe dem, der seine blassen Knie nicht schützte!

Die unterschiedlichsten Tauchplätze erreichten wir mit abenteuerlichen Sprints im Zodiak (liebevoll Taxi genannt). Die Schlauchbootkapitäne hatten ihre Freude an den Schrecksekunden, wenn uns hilflos an glatte Gummiflächen klammernde Taucher die Gischt erwischte. Ihnen gehörte unsere ganze Hingabe, Achtung und Vertrauen. Egal wo, wenn sie ihr Kommando brummelten: ready?  one – two – three - GO!  fielen alle folgsam rückwärts ins Wasser.
Sie haben einen harten Job und offenbar niemals Pause. Sie waren immer zur Stelle,
achteten auf unsere Sicherheit, zogen uns bei Bedarf den Gummi an und wieder aus, brachten  uns gekonnt zu Wasser und mit übermenschlichen Kräften wieder an Land. Meist zauberten sie dabei auch noch ein Lächeln in ihre dunklen Gesichter.

Die Riffe der BEIDEN BRÜDER waren beeindruckend. Dichtest bewachsen mit aller Art von bunten Korallen, den wunderschönen Blumentieren. Beschädigungen konnten wir kaum sehen, obwohl die BRÜDER zu den bekanntesten und meist betauchten Gebieten im Roten Meer gehören.
Bei 17 möglichen Tauchgängen sahen wir an den BEIDEN BRÜDERN zwei schön bewachsene Wracks, immer Haie (Hammer-, Fuchs-, Grau-, Weißspitzenriff- und Schwarzspitzenriffhaie), mal näher, mal nur schemenhaft. Meist wurden wir zu Beginn des Tauchganges von einem großen Napoleon empfangen und eine zeitlang begleitet, und irgendwann zog ein großer Manta an uns vorbei.  Die kleineren Riffbewohner faszinierten mit ihrer Farben- und Formenvielfalt, knallorange Fahnenbarsche, leuchtendblaue Füsiliere und alle anderen von der Natur erstaunlich kreativ bunt gestalteten Lebewesen ließen uns eintauchen in ihre seltsame Welt. Was dachten sie wohl von uns? Wir machen Lärm, stören Familienidyllen, unterbrechen hormonelles Geplänkel oder lösen Scheinangriffe aus. Permanent wurde leidenschaftlich gefilmt und fotografiert, mit der Kamera in alle Höhlen blitzend, jeden Hai stellend, alle Schnecken umdrehend.
Das Ende eines Tauchganges erforderte noch einmal den ganzen Taucher: Kampftauchern abgeschautes Anschwimmen des Schiffes ohne Hilfsmittel unter starker Seiten- und Gegenströmung! Oder, unter kontrolliertem Atmen (sparsam!) Ausschau halten nach bekannten Luftsaugern. In der Nähe warten und sofort hilfreich zur Seite stehen, sobald dieser anfängt, seine Boje auszupacken. Sollten 2 Taucher bei 1 Boje sein – 1 oben, 1 unten an der Schnur, ausreichend Abstand sichern! Durch Beobachten aus offensichtlichen Fehlern lernen und für den nächsten Tauchgang eine mögliche Bojensetzung einplanen. Eiligst versuchen, ins Zodiak gezogen zu werden.

Die Küche an Bord war phantastisch! Das Essen war reichhaltig, frisch und schmeckte köstlich. Die beiden Köche zauberten die tollsten Menue‘s für 22 Leute in dieser irre kleinen Küche. Auch während der Fahrt – unglaublich!

Am Dienstag den 14.05. verließen wir die BRÜDER wieder Richtung Küste. Jetzt konnten alle perfekt die Bojen setzen. Seekrankheit war kein Thema mehr.
Ras Torombi: Hier fanden die letzten Tauchgänge, sowie der einzige Nachttauchgang statt.
Nachdem die heimlichen Sehnsüchte nach Schildkröten und Oktopus gestillt waren, ein wundes Ohr verheilte (da, welch ein Luxus, ein Arzt unser Dutzend abrundete), konnten die Equiptments den letzten Tag trocknen. Koffer wurden wieder gepackt, diverse Wichtigkeiten vergessen – und schon ging’s wieder per SunExpress/Deutschland reibungslos mit 1 Sandwich zurück nach München.
Ankunft 16.05.13 München 17.00 Uhr (eine halbe Stunde zu früh!)



Mit dabei waren – außer STORNO-Willi Pfäffel:
Norbert Kirschner; Michaela und Hans-Jürgen Dworschak; Anita Bach; Otmar Rühl; Claudia Kittel; Helmut Maier; Gerhard Hentschel; Jürgen Riedel; Walter Engelhardt; Lars Liefeldt; Helga Schenkl.

Fotos


23.05.2013 geschrieben: Helga Schenkl