Ramadama am Baggersee

Am vergangenen Samstag, den 18. April, haben über 50 Mitglieder des Ingolstädter Tauchclubs (ITC) zusammen mit der Fischerjugend des Kreisfischereiverein Ingolstadt (KFVI) den Baggersee „auf Vordermann“ gebracht. Neben dem Uferbereich inklusive des Rundwegs wurde auch unter Wasser aufgeräumt. Wegen der großen Teilnehmerzahl konnte auch in Abstimmung mit dem Gartenamt der Wasserspielplatz am „Haus am See“ („Gaudiwurm“) unter Wasser inspiziert und gereinigt werden. Beide Vereine zeigten sich im Anschluss an diese Aktion sehr zufrieden.

Je zwei Gruppen von „Landgängern“ und zwei Gruppen von Tauchern haben bei strahlendem Sonnenschein das Naherholungsgebiet von unterschiedlichstem Unrat befreit. Bepackt mit Müllsäcken über und unter Wasser haben sich die Teilnehmer gegen 10 Uhr auf den Weg gemacht, um rechtzeitig bis zum Start des im Anschluss stattfindenden Schanzer Seelaufs fertig zu sein.

Um die 10 Säcke mit unterschiedlichstem Inhalt und weitere „Hinterlassenschaften“ konnten die Tauchclubmitglieder und Jungfischer aus dem See und vom Uferbereich bergen. Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Zigarettenstummeln und Verpackungsmaterialien fanden die Aufräumer auch diverse Sandspielzeuge von Kindern, Eisenstangen, ein Radschild sowie unzählige Glasflaschen. Gerade bei den Flaschen zeigte sich für den Teil der Taucher ein erschreckendes Bild: abgebrochene Flaschen, die sich mit der Bruchkante nach oben in stehtiefem Gewässer an den Einstiegsstellen befunden haben – für Kinder und Schwimmer in der noch anstehenden Badesaison hätte das zu unschönen Wunden führen können. Müll, der achtlos am Ufer zurückgelassen und durch Natureinflüsse ins Wasser gelangt oder gleich direkt im See entsorgt wird, verharrt so lange dort, bis er wieder entfernt wird. 

Aber auch die Zigarettenstummel, benutzte Windeln und Taschentücher, die sich am Uferbereich und entlang des Rundwegs in größerer Anzahl finden ließen, sind für ein Ökosystem See keine Kleinigkeit, wie Michi Hrubesch (Jugendleiter Fischerjugend) erläuterte: „Auch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe braucht ein paar Jahre, bis sie sich zersetzt und von Plastik fang ich gar nicht erst an.“

Verrottungstabelle

Papiertaschentuch
1 Jahre
Zigarettenstummel
2 Jahre
Aludose
100 Jahre
Windel
500 Jahre
Plastikflasche
100 Jahre

Ein Tauchsportverein braucht und liebt intakte Gewässer, um seinen Sport auszuüben. Auch Fischer sind auf ein intaktes Ökosystem See angewiesen, da menschengemachter Dreck auch den darin lebenden Fischen schadet. Aus beiderseitigem Interesse wollen beide Vereine die Zusammenarbeit für die Gewässer in der Region unbedingt fortsetzen. 

Nach guten drei Stunden versammelten sich Taucher und Landgänger wieder am Vereinsheim des Ingolstädter Tauchclub, um sich hier mit einer von den Ingolstädter Kommunalbetrieben INKB zur Verfügung gestellten Brotzeit zu stärken und sich über die gesammelten Funde auszutauschen. Trotz der gefundenen Müllmenge urteilten beide Vereine sowohl an Land als auch unter Wasser einen Müllrückgang.